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Wissen

Fugen reinigen

Den Zwischenräumen der Fliesen schenkt man meist zu wenig Aufmerksamkeit – so verschmutzen sie unaufhörlich und ziehen so das Gesamtbild des Fliesendesigns (im wahrsten Sinne des Wortes) in den Schmutz. 

Hier ein paar Tipps und Wissenswertes rund um das Reinigen von Fugen.

Fugen reinigen: Die Anleitung für saubere Fliesenfugen in Bad, Küche und Wohnraum

Fliesen bleiben jahrelang schön — Fugen oft nicht. Die schmalen Streifen zwischen den Fliesen ziehen Kalk, Seifenreste, Fett und Schmutz an wie kein anderer Bereich im Haus. Mit der richtigen Vorgehensweise lassen sich auch hartnäckige Verfärbungen entfernen, ohne die Fuge zu beschädigen. Dieser Ratgeber zeigt, was wirklich hilft, was Profis empfehlen — und wovon Sie besser die Finger lassen.
Zwei dunkle Flaschen mit Pipetten auf hellem Untergrund.
Einfache Reinigung von hellen Fliesen mit Handschuhen und Reinigungsmittel.
Eines ist unbestritten: Keramische Fliesen sind strapazierfähig, widerstandsfähig und belastbar. Befestigt und zusammengehalten werden sie von feinem Fugenmörtel, der sich – zum Beispiel gegenüber Säuren – als ungleich empfindlicher und insgesamt als schwieriger zu reinigen erweisen kann. Wir haben ausgesuchte Profis befragt, was sie zur Reinigung angeschmutzter Fugen, insbesondere in Bad und Küche, empfehlen.

 
Was tun bei angeschmutzten Fliesenfugen?
Wer seine Badezimmerfliesen sauber halten möchten, kommt um die Frage nach der richtigen Fugenreinigung über kurz oder lang nicht herum. Denn nicht immer säubern und trocknen wir im Alltag Bad- und Küchenfliesen umgehend nach Gebrauch. Das Ergebnis: Nach und nach setzen sich Kalk- und Schmutzreste als Ablagerungen in der Fuge fest. Solche Schmutzrückstände werden mit der Zeit durchaus hartnäckig, und die Fuge ist bald schwieriger zu reinigen als die keramische Fliese selbst.

Warum Fugen verschmutzen

Anders als die Fliese selbst hat Fugenmörtel eine offenporige Oberfläche. Wasser, Fette und gelöste Partikel dringen in diese Mikrostruktur ein und lagern sich dort ab. Bei jeder Reinigungsmethode gilt deshalb dieselbe Logik: Der Schmutz muss aus der Fuge gelöst werden, nicht nur von der Oberfläche abgewischt. 

Die häufigsten Arten der Verschmutzung — und ihre Folgen für die Reinigung:

  • Kalk entsteht durch verdunstendes Wasser in Bad und Küche. Wird mit pH-mildem Spezialreiniger entfernt. 
  • Seifen- und Fettrückstände binden weiteren Schmutz und lassen Fugen vergilben. Tensidhaltige Reiniger lösen sie zuverlässig. 
  • Schimmel ist nicht nur kosmetisch ein Problem — er deutet auf zu hohe Feuchtigkeit hin und braucht eine spezielle Behandlung. 
  • Allgemeine Verschmutzung im Wohnbereich entsteht durch Schuhabrieb und Staub. Wird mit warmem Wasser und neutralem Reiniger entfernt.

Das richtige Werkzeug

Für die regelmäßige Fugenpflege reichen einfache Hilfsmittel. Für die Tiefenreinigung brauchen Sie mehr: 

  • Fugenbürste oder ausgediente Zahnbürste — kommt in jede Ecke und Vertiefung. 
  • Mikrofasertuch — zum Aufnehmen gelöster Verschmutzung.
  • Sprühflasche — für eine gleichmäßige Verteilung des Reinigers.
  • Spachtel oder Plastikschaber — für eingetrocknete Beläge auf der Fliesenoberfläche (niemals an der Fuge selbst kratzen).
  • Dampfreiniger (optional) — die schonendste und gleichzeitig wirkungsvollste Methode für stark verschmutzte Fugen.

Schritt-für-Schritt: Fugen reinigen

  1. Vorbereiten: Lose Verschmutzung mit dem Staubsauger oder einem trockenen Tuch entfernen. So verteilt sich der Schmutz später nicht in der Lösung. 
  2. Vorbehandeln: Den professionellen Fugenreiniger sparsam auf die Fugen aufbringen und gemäß Herstellerangabe einwirken lassen — meist 5 bis 10 Minuten. 
  3. Einbürsten: Mit der Fugenbürste in kreisenden Bewegungen arbeiten, ohne starken Druck. Das Reinigungsmittel macht die Arbeit, nicht die Kraft. 
  4. Abnehmen: Mit klarem warmem Wasser abwischen und gelösten Schmutz aufnehmen. Bei stark verschmutzten Flächen mehrmals wechseln, damit nicht dieselbe Lösung erneut verteilt wird. 
  5. Trocknen: Fläche mit einem sauberen Mikrofasertuch trocken reiben — verbleibendes Wasser kann sonst neue Kalkränder hinterlassen.
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Hausmittel versus Profireiniger

Backpulver? Zahnpasta? Natron?

Die Frage nach der richtigen Reinigung von Fliesenfugen dürfte so alt sein wie die industriell gefertigte Fliese selbst. Unzählige Ratgeber- und Nutzervideos tummeln sich zu diesem Thema inzwischen im Netz, und der Nutzer hat die Qual der Wahl zwischen einer Vielzahl von vermeintlich Ratschlägen, Erfahrungsberichten und Meinungen. Die Bandbreite reicht von Kaiser Natron über Backpulver und Zahnpasta bis zum Nagellackentferner. Es kommt auch hierbei darauf an, in welchem Maße die Hausmittel eingesetzt werden. Professionelle Spezialreiniger je Art (Silikonfugen oder Zementfugen) sind immer sinnvoll.

Gut zu wissen

Laien sollten daher ausschließlich professionellen Fugenreiniger verwenden. Der Grund: Bei wiederholter Anwendung zweckentfremdeter Reinigungsmittel können Fugen bröckelig und damit anfällig für eindringendes Wasser werden. Insbesondere von Backpulver ist abzuraten! Denn selbst wenn eine Paste aus Wasser und Backpulver die Fuge zunächst tatsächlich weißer erscheinen lässt, so hat sie einen gefährlichen Haken: Die im Backpulver enthaltene Stärke kann als Nährboden für Schimmel dienen.
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Wohnbereich

Bodenfliesen-Fugen reinigen

Bei Bodenfliesen kommt eine zusätzliche Herausforderung hinzu: Die Verschmutzung ist gleichmäßiger, dafür aber großflächiger. 

Drei Empfehlungen: 

  1. Regelmäßig statt selten. Eine wöchentliche feuchte Reinigung mit neutralem Reiniger verhindert, dass sich Schmutz festsetzt.
  2. Wischmopp statt Schwamm. Beim Bodenfliesenputzen läuft die Wischflüssigkeit über die Fuge — ein flusenarmer Wischmopp reinigt sie meistens mit.
  3. Punktuelle Tiefenreinigung. Stark beanspruchte Stellen (Eingangsbereich, Küchenarbeitsbereich) bekommen einmal im Quartal eine gezielte Fugenreinigung mit Bürste und Reiniger.

Badfugen und Schimmel: was wirklich hilft

Schimmel ist im Bad das häufigste Problem — und das hartnäckigste. Schwarze Punkte oder Flecken in der Fuge sind ein Warnsignal, weil dahinter oft ein größeres Feuchtigkeitsproblem steht. 

Bei oberflächlichem Befall: 

  • Professionelles Schimmelentfernungsmittel auf Aktivchlor- oder Wasserstoffperoxidbasis verwenden, gemäß Herstellerangabe einwirken lassen, abnehmen, trocknen. 
  • Raum während und nach der Behandlung gut lüften.
  • Schutzhandschuhe und Atemschutz tragen. 

Bei tiefer sitzendem Befall:

  • Wenn der Schimmel nach mehreren Behandlungen wiederkehrt, sitzt er meist im Fugenmaterial selbst und kann nicht mehr entfernt werden. Hier hilft nur das Auskratzen und Neu-Verfugen — eine Arbeit für den Fliesenleger.
  • Wichtig: Schimmel kommt nicht von verschmutzten Fugen, sondern von zu hoher Luftfeuchtigkeit. Regelmäßiges Stoßlüften nach dem Duschen ist die wirksamste Prävention.

Silikonfugen reinigen

Silikonfugen, meist in den Eckverbindungen von Wand und Boden, an Duschen und Badewannen,  bestehen aus elastischem Material und reagieren empfindlicher als Mörtelfugen. 

Bei der Reinigung: 

  • Nur weiche Schwämme oder weiche Bürsten verwenden, keine harten Borsten oder Schaber.
  • Spezielle Silikonreiniger sind sanft genug, lösen aber Kalk und Seifenrückstände zuverlässig.
  • Bei verfärbten oder porösen Silikonfugen ist Reinigen nicht mehr sinnvoll. Silikonfugen haben grundsätzlich eine begrenzte Lebensdauer und sollten alle 5 bis 10 Jahre erneuert werden.

Helle Feinsteinzeugfliese mit dezenter Struktur.
Bambuszahnbürste mit grünem Griff in einem Einmachglas auf weißem Grund.
Tipps

Tipp 1: Das perfekte Werkzeug – die Zahnbürste:

Ein häufiges Hilfsmittel beim Putzen von schwierigen Flächen und Ecken ist die Zahnbürste.  Einfach eine ausgediente Zahnbürste nehmen. Mit ihren feinen Borsten eignet sie sich hervorragend für raue Flächen und schwer zugängliche Ecken.

Tipp 2: Weiße Fugen – Schlämmkreide 

Etwas Schlämmkreide auf eine angefeuchtete (Zahn-) Bürste geben und die Mischung mit kreisenden Bewegungen auf die Fugen auftragen und dadurch reinigen. Im Anschluss die Fugen abspülen und trocknen.

Tipp 3: Umweltfreundlich – Dampf 

Ein Haushaltsmittel ist so ein Dampfreiniger natürlich nicht, aber dieses Gerät ist hervorragend geeignet um Fugen zu reinigen. Gleich 2 Vorteile hat der heiße Wasserdampf um den Schmutz zu lösen: zum Einen gelangt er auch in die hinterste Ecke und dringt tief in die Fuge ein, zum Anderen tötet er auch gleichzeitig Bakterien ab.

Erst Testen – dann loslegen

Wir empfehlen, wenn andere als professionelle Fugenreiniger genutzt werden sollen, das Alternativmittel in einer kleinen Ecke zu testen. Wenn keine Verbesserung eintritt, hat man so wenigstens nicht Unmengen Zahnpasta oder Schlämmkreide verschwendet.
Auch ein Weg

(Fast) Keine Fugen

Übrigens: Ein aktueller Weg, die Anzahl an Fugen und damit auch die Quellen für Verschmutzungen zu reduzieren, sind großformatige großflächige XXL-Fliesen wie wir Sie in den SCHÖNER WOHNEN-Fliesenkollektionen
Great Royal Stone oder Urban Great führen.